Nach Jahren der Stagnation ist der Konsum von Obst und Gemüse in Europa 2024 leicht gestiegen. Von einer Trendwende kann jedoch keine Rede sein.
Nach aktuellen Daten des „Consumption Monitor 2026“ von Freshfel Europe verzehrten die Menschen in der EU im Jahr 2024 durchschnittlich 355,7 Gramm Obst und Gemüse pro Tag. Das entspricht einem leichten Anstieg von knapp zwei Prozent gegenüber 2023, liegt jedoch weiterhin deutlich unter der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Mindestmenge von 400 Gramm täglich.
Insgesamt zeigt sich seit Jahren ein stagnierender Trend. Der kurzzeitige Aufschwung während der Corona-Pandemie konnte nicht dauerhaft gehalten werden. Stattdessen haben Inflation, steigende Lebenshaltungskosten und eine sinkende Kaufkraft vieler Haushalte den Konsum wieder gebremst, so die Studie.
Was zählt: Geschmack, Qualität, Preis-Leistungs-Verhältnis
Nach Einschätzung von Freshfel Europe, der europäischen Branchenorganisation der Obst- und Gemüsewirtschaft, reicht die allgemeine Aufklärung über die gesundheitlichen Vorteile von Obst und Gemüse allein nicht mehr aus. Obwohl Verbraucher die positiven Effekte auf Gesundheit, Klima und Nachhaltigkeit grundsätzlich kennen, bestimmen andere Faktoren zunehmend das Kaufverhalten. Dazu zählen vor allem Geschmack, Qualität, Preis-Leistungs-Verhältnis und Bequemlichkeit.
Vor allem der Wunsch nach einfachen und schnellen Mahlzeiten verändert die Nachfrage. Verbraucher greifen häufiger zu verzehrfertigen oder leicht zuzubereitenden Produkten. Gleichzeitig stehen frische Lebensmittel zunehmend in Konkurrenz zu stark verarbeiteten Produkten, die mit intensiver Vermarktung und hoher Sichtbarkeit um die Aufmerksamkeit der Konsumenten werben.
Der LEH ist gefordert
Die Branchenorganisation fordert daher neue Impulse für die O&G-Abteilung und einen stärkeren Fokus auf die Verbraucherperspektive. Neben mehr Aufklärung seien eine bessere Platzierung im Handel, attraktive Vermarktungskonzepte und innovative Produktangebote notwendig, um Obst und Gemüse wieder stärker in den Alltag der Menschen zu integrieren. Besonders bei jungen Zielgruppen bestehe erheblicher Handlungsbedarf.
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