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Studie: Nachhaltiger Lebensmittelkonsum bleibt auf Wachstumskurs

Bio-Produkte bleiben gefragt, pflanzliche Alternativen entwickeln sich unterschiedlich, Regionalität verliert etwas an Dynamik. Das zeigt eine neue Studie zum nachhaltigen Konsum von Rewe und YouGov.

Mittwoch, 24. Juni 2026

Kunden wollen Nachhaltigkeit.Foto: Rewe

Von Marcelo Crescenti

Nachhaltigkeit hat in der öffentlichen Debatte zuletzt an Bedeutung verloren. Beim Konsum von Lebensmitteln bleibt sie für viele Verbraucherinnen und Verbraucher jedoch ein wichtiges Kriterium. Das geht aus der Studie „Entwicklung des nachhaltigen Lebensmittelkonsums 2025“ hervor, die die Rewe Group gemeinsam mit dem Marktforscher YouGov erstellt hat. Grundlage sind Analysen des Kaufverhaltens von rund 30.000 Haushalten in Deutschland.

Bio-Produkte wachsen weiter

Die Untersuchung zeigt, dass insbesondere Bio-Produkte ihren Wachstumskurs fortsetzen. Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten und einer hohen Preissensibilität kaufen nahezu alle Haushalte zumindest gelegentlich Bio-Waren.

Dabei verlagert sich die Nachfrage zunehmend auf günstigere Handelsmarken. Bio werde inzwischen von vielen Konsumenten nicht mehr als Nischenprodukt, sondern als selbstverständlicher Bestandteil einer gesunden Ernährung wahrgenommen.

Pflanzliche Alternativen entwickeln sich unterschiedlich

Weniger einheitlich fällt die Entwicklung bei pflanzlichen Alternativen aus. Während pflanzliche Milchalternativen sowie vegetarische und vegane Süßwaren weiterhin wachsen, hat sich die Dynamik bei klassischen Fleischersatzprodukten deutlich abgeschwächt. Laut Studie entstehen Wachstumsimpulse vor allem dort, wo pflanzliche Produkte nicht als Ersatz für tierische Lebensmittel, sondern als eigenständige Kategorie wahrgenommen werden.

Regionale Produkte genießen weiterhin eine hohe Wertschätzung. Rund zwei Drittel der Haushalte bevorzugen nach Angaben der Studie Lebensmittel aus ihrer Region. Allerdings ist die Affinität zu regionalen Produkten seit dem Höchststand während der Corona-Pandemie rückläufig. Die Forscher sehen deshalb keine Garantie für weiteres Wachstum in diesem Segment.

Alltagstauglichkeit wichtiger als moralische Appelle

Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung: Nachhaltiger Konsum wird zunehmend von praktischen Nutzenaspekten geprägt. Genuss, Qualität, Gesundheit und einfache Verfügbarkeit gewinnen gegenüber moralischen Motiven an Bedeutung.

Nachhaltige Produkte seien besonders dann erfolgreich, wenn sie sich problemlos in den Alltag integrieren lassen, so ein Ergebnis. “Unsere Studie zeigt: Bio, pflanzliche Alternativen und regionale Produkte wachsen dann, wenn sie Genuss, Qualität und einfache Wahl vereinen”, betont Dr. Daniela Büchel, Mitglied des Rewe-Vorstands für Human Resources und Nachhaltigkeit .

Für den Lebensmittelhandel bedeutet dies nach Einschätzung der Studienautoren, dass nachhaltige Angebote künftig vor allem durch Alltagstauglichkeit und einen klar erkennbaren Mehrwert überzeugen müssen. Wachstumspotenziale sehen sie weiterhin bei Bio-Produkten, ausgewählten pflanzlichen Alternativen und regionalen Sortimenten.

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