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Studie: Handel verfehlt Bedürfnisse von Single-Haushalten

Eine aktuelle Untersuchung zeigt, dass viele Produkte und Dienstleistungen nicht an die wachsende Zahl von Einpersonenhaushalten in Deutschland angepasst sind. Die Studie macht deutlich, wie sich Konsumgewohnheiten verändern – auch wegen KI.

Mittwoch, 26. August 2026

Der Konsum verändert sich.Foto: Stephanie Brückner

In Deutschland besteht inzwischen fast jeder zweite Haushalt aus nur einer Person. Mit 43 Prozent ist der Anteil der Single-Haushalte seit 2010 um vier Prozentpunkte gestiegen – ein Trend, der laut einer aktuellen Studie der Beratung BCG weiter zunehmen dürfte. Dennoch sind viele Produkte und Dienstleistungen weiterhin auf klassische Familienhaushalte ausgerichtet. Besonders bei Lebensmitteln, Snacks und alkoholfreien Getränken äußern sich die Befragten unzufrieden: 60 Prozent der Solo-Haushalte bemängeln demnach zu große Verpackungen oder unpraktische Formate.

„Die klassische Familienpackung ist für viele Menschen, die allein leben, keine passende Option“, erklärt Marcus Kroth, Partner und Handelsexperte bei BCG. „Ein Teil der Produkte landet oft im Abfall, was weder wirtschaftlich noch nachhaltig ist.“ Angesichts der Tatsache, dass Einpersonenhaushalte pro Kopf deutlich mehr ausgeben als Mehrpersonenhaushalte, sieht Kroth hier eine Chance für Hersteller und Händler, ihre Angebote stärker auf diese Zielgruppe zuzuschneiden.

Veränderte Ansprüche an Produkte und Dienstleistungen

Neben den Verpackungsgrößen sind auch andere Aspekte ausschlaggebend für die Kaufentscheidung. Laut der Studie achten weltweit 67 Prozent der Verbraucher stärker auf das Preis-Leistungsverhältnis. In Deutschland spielt zudem gesundes Altern eine wichtige Rolle: 44 Prozent der Befragten legen Wert darauf, möglichst lange fit und gesund zu bleiben.

Auch die Art und Weise, wie Konsumenten Produkte auswählen, verändert sich. Künstliche Intelligenz (KI) spielt dabei eine zunehmend wichtige Rolle. In Deutschland nutzen bereits 24 Prozent der Verbraucher KI bei Kaufentscheidungen – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu fünf Prozent im Jahr 2025. KI wird dabei nicht nur zur Vergleichbarkeit bestehender Produkte genutzt, sondern erweitert oft die Auswahl um neue Marken und Angebote.

Der Markt muss sich anpassen

Die Studie zeigt, dass die Lebensrealitäten vieler Konsumenten noch nicht ausreichend im Marktangebot berücksichtigt werden. Dies betrifft nicht nur den Lebensmitteleinzelhandel, sondern auch andere Bereiche wie Reisen, Gastronomie und Dienstleistungen. Kroth betont, dass die Anpassung an diese Veränderungen nicht nur kleinere Verpackungen bedeutet, sondern einen grundlegenden Wandel im Denken: „Wenn fast jeder zweite Haushalt nur aus einer Person besteht, verändert das den gesamten Markt – von Produkten über Services bis hin zur Kommunikation mit den Kunden.“

Über die Studie

Die Untersuchung „Finding Growth with Global Consumers“ der Unternehmensberatung BCG Boston Consulting Group basiert auf einer Umfrage unter mehr als 13.000 Verbrauchern in zwölf Märkten. Sie analysiert die Konsumgewohnheiten und Einstellungen in 13 Kategorien sowie die Rolle von KI bei Kaufentscheidungen. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, Angebote stärker an individuelle Bedürfnisse anzupassen.

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