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Kaufentscheidungen: KI gewinnt, Marken verlieren

Eine neue Roland Berger-Studie zeigt: Persönliche Empfehlungen, KI und günstige Preise gewinnen an Einfluss, während klassische Marken an Strahlkraft verlieren.

Mittwoch, 1. Juli 2026

KI verändert den Einkauf.Foto: AdobeStock/stokkete

Von Marcelo Crescenti

Immer mehr Menschen nutzen Künstliche Intelligenz, um sich vor dem Kauf über Produkte zu informieren. Laut einer internationalen Studie der Strategieberatung Roland Berger recherchieren bereits 70 Prozent der 18- bis 64-Jährigen regelmäßig mit KI. Bei den 18- bis 24-Jährigen liegt der Anteil sogar bei 93 Prozent.

KI wird dabei genutzt, um Produkte zu vergleichen, Informationen zu filtern und Kaufentscheidungen vorzubereiten. Für Verbraucher bedeutet das: Die Produktauswahl wird zunehmend durch digitale Empfehlungen beeinflusst.

Persönliche Empfehlungen schlagen bekannte Marken

Auch das Vertrauen in Marken verändert sich. Nur noch 21 Prozent der Befragten nennen die Reputation einer Marke als entscheidenden Kaufgrund. Dagegen gewinnen Empfehlungen aus dem persönlichen Umfeld an Bedeutung: 40 Prozent entdecken neue Produkte über Freunde oder Familie, weitere 21 Prozent über Empfehlungen anderer Verbraucher.

Die Studie zeigt zudem ein widersprüchliches Stimmungsbild. Während 69 Prozent ihre eigene körperliche und mentale Gesundheit positiv bewerten, sieht fast jeder Zweite (47 Prozent) die wirtschaftliche Lage im eigenen Land kritisch.

Diese Unsicherheit wirkt sich auf das Einkaufsverhalten aus. 42 Prozent der Befragten gaben an, ihre Ausgaben für Luxusprodukte im vergangenen Jahr reduziert zu haben. Gleichzeitig kaufte rund ein Drittel häufiger bei Discountern. Fast jeder Vierte plant, dies 2026 noch weiter auszubauen.

Qualität oder Discount – die Mitte schrumpft

Nach Einschätzung der Studienautoren entwickelt sich der Konsum zunehmend in zwei Richtungen: Während ein Teil der Verbraucher bewusst in langlebige und hochwertige Produkte investiert, achten andere stärker auf niedrige Preise und Sonderangebote. Discountangebote werden dabei längst von allen Einkommensgruppen genutzt.

Für die Studie „The Consumer Playbook is Changing“ befragte Roland Berger zwischen Februar und März 2026 insgesamt 6.000 Verbraucherinnen und Verbraucher in neun Ländern, darunter Deutschland.

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