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Westfleisch meldet klaren Gewinnrückgang

Aufgrund der Corona-Pandemie und der Afrikanischen Schweinepest ist das Ergebnis von Westfleisch 2020 um knapp ein Viertel gesunken. Dagegen konnte der Umsatz leicht auf rund 2,8 Milliarden Euro zulegen.

Von Mirko Jeschke | Fotos: Westfleisch

Westfleisch hat im vergangenen Jahr den Umsatz leicht gesteigert und ist im Bereich der Weiterverarbeitung deutlich stärker gewachsen als der Gesamtmarkt. Dies gab der in Münster ansässige Fleischvermarkter am Freitag bekannt. Seine Schlachtzahlen habe der Konzern vom negativen Branchentrend entkoppeln können. „2020 war vor allem wegen der Corona-Pandemie und der Afrikanischen Schweinepest ein äußerst herausforderndes Jahr“, erklärte Finanzvorstand Carsten Schruck auf dem diesmal digital stattfindenden „Westfleisch-Tag“. Im Vergleich zu 2019 stieg der Jahresumsatz um 1,3 Prozent auf 2,83 Milliarden Euro. Der Jahresüberschuss sank vor allem aufgrund der zusätzlichen Kosten im Zuge der Corona-Pandemie und der Afrikanischen Schweinepest um 24,4 Prozent auf 8,1 Millionen Euro.

Nach der vorübergehenden Schließung des Standortes Coesfeld erarbeiteten Experten für alle Produktionsstätten laut dem Konzern ein erweitertes Hygienekonzept, um die Mitarbeiter zu schützen und den Betrieb trotz Corona aufrecht zu erhalten. Unter anderem wurde eine engmaschige Teststrategie installiert; eine Millionen PCR-Tests durchgeführt und zwei Millionen OP-Masken eingekauft. Insgesamt kostete Westfleisch diese Maßnahmen mehr als 22 Millionen Euro.

Auch der Vormarsch von ASP in Deutschland stellte den Fleischvermarkter vor Probleme. Weil China sämtliche Importe stoppte, mussten Warenbestände in nennenswerter Größenordnung abgewertet werden, heißt es weiter.

 „Corona hat das Kaufverhalten der Verbraucher verändert. Die Bedeutung von Produktenregionaler Herkunft nehmen immer mehr zu, außerdem steigt die Nachfrage nach Bio-Lebensmittel“, sagte Johannes Steinhoff, Vorstand Weiterverarbeitung & Technik. Gleichzeitig seien die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie an der Ladentheke spürbar. „Die Zahl der Verbraucher, die auf den Preis achten müssen, ist spürbar gestiegen“, so Steinhoff.

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